NAZA
NAZA
2026 Großbritannien, USA, Israel
Regie: Yuval Abraham, Rachel Szor
Darsteller: Dokumentarfilm
Länge: 81 Min.
FSK 12 - freigegeben ab 12 Jahren
In der Arithmetik der Israelischen Streitkräfte bezeichnet NAZA eine Maßeinheit, die besagt, wie viele zivile Opfer erwartet werden bei einem Luftangriff, der ein Hamas-Mitglied, ein Target, ausschalten soll. Und genau darum geht es in der Dokumentation von Yuval Abraham und Rachel Szor, die sich bereits in ihrem oscar-prämierten Film No Other Land mit dem israelisch-palästinensischen Krieg beschäftigt haben.
Über drei Jahre hinweg sprachen Abraham und Szor mit Angehörigen des israelischen Militärs und der Geheimdienste. 24 israelische Geheimdienstoffiziere und Soldaten kommen im Film anonymisiert zu Wort; ihre Stimmen und ihr Erscheinungsbild wurden digital verfremdet. Ihre Aussagen bilden die Grundlage für eine Untersuchung der militärischen Strukturen, Entscheidungsprozesse und Technologien hinter Israels Kriegführung in Gaza.
Auch wenn manche inszenatorische Entscheidungen fragwürdig sind und der Film weniger tiefgreifende Analyse als journalistische Anklage ist, stellt er doch einen wichtigen Debatten-Beitrag in einem extrem aufgeladenen Konflikt dar. In Israel überlagerte freilich eine Kampagne jede sachliche Kritik, noch bevor der Film dort zu sehen war. Benjamin Netanjahu sprach von antisemitischer Hetze, Armeechef Eyal Zamir ließ rechtliche Schritte prüfen, Kulturminister Miki Zohar forderte den Entzug der Staatsbürgerschaft. Mehr als 1500 israelische Filmschaffende solidarisierten sich mit Abraham und Szor.


























