Letztes Jahr in Marienbad
Letztes Jahr in Marienbad
L’Année dernière à Marienbad
1961 Frankreich, Italien
Regie: Alain Resnais
Darsteller: Delphine Seyrig, Giorgio Albertazzi, Sacha Pitoëff
Länge: 94 Min.
FSK 16 - freigegeben ab 16 Jahren
Alain Resnais‘ zweiter Spielfilm nach „Hiroshima, mon amour“ ist zugleich sein zweiter Versuch, die Struktur des Nouveau Roman auf den Film zu übertragen. Das Drehbuch stammt vom Schriftsteller Alain Robbe-Grillet.
Ein Mann und eine Frau treffen sich in einem prachtvollen Schloss. Er versucht sie davon zu überzeugen, dass sie sich ein Jahr zuvor hier verabredet haben, um zusammen ein neues Leben zu beginnen. In bruchstückhaften Erinnerungen beschwört er ihre gemeinsame Vergangenheit, doch die Frau kann sich an nichts erinnern.
Tatsächliche Begebenheiten, Träume, Gedanken und Erinnerungen verschwimmen zu suggestiven Szenenfolgen, deren Realität fortwährend hinterfragt werden muss. Auch die Zeitebenen lassen keine eindeutige Ordnung zu. Die labyrinthische Struktur korrespondiert mit den barocken Bilderfluten des sich jeder räumlichen Zuordnung verweigernden Kurhotels. „Letztes Jahr in Marienbad“ lässt sich auf vielfältige Weise interpretieren.
Selten war der Begriff Gesamtkunstwerk passender als bei diesem Film. Die postmoderne Erzählweise und die visuelle Brillanz bilden eine untrennbare Einheit und heben Resnais‘ Werk in den Olymp der Kinogeschichte. „Letztes Jahr in Marienbad“ wohnt eine Magie inne, die nicht von dieser Welt sein kann. (filmsucht.org)













