Die Stimme von Hind Rajab
Die Stimme von Hind Rajab
Sawt Hind Rajab
2025 Tunesien, Frankreich
Regie: Kaouther Ben Hania
Darsteller: Amer Hlehel, Clara Khoury, Motaz Malhees
Länge: 89 Min.
FSK 12 - freigegeben ab 12 Jahren
Zuallererst sei als audrückliche Warnung vorweggenommen: „Die Stimme von Hind Rajab“ ist wie ein Tritt in die Magengrube. 89 erschütternde Minuten lang geht man durch ein Fegefeuer der Hoffnungslosigkeit, auch wenn auf bildlicher Ebene nichts Schlimmes zu sehen ist.
Am 29. Januar 2024 erreicht die Mitarbeitenden des Palästinensischen Roten Halbmonds ein Notruf aus Gaza: Ein Auto steht unter Beschuss, in dem die sechsjährige Hind Rajab eingeschlossen ist und um Hilfe fleht. Während die Mitarbeitenden versuchen, das Mädchen in der Leitung zu halten, unternehmen sie alles, um sie zu retten. Mit einer Kombination aus gespielten Szenen und den originalen Tonaufnahmen des Notrufs rekonstruiert Regisseurin Kaouther Ben Hania den verzweifelten Rettungsversuch.
Dabei wirft der Film viele ethische Fragen auf: Ist es statthaft Dokumentarisches und Genrefiktion zu vermischen, wenn es um so ein schwerwiegendes Thema geht? Darf man die Stimme eines Kindes, welches sich nicht mehr dagegen aussprechen kann, in das Zentrum eines Filmes stellen, der mit allen Mitteln einer Agenda folgt? Und nicht zuletzt zeigt „Die Stimme von Hind Rajab“ einseitig die palästinensische Perspektive.
Ein Film also, der viele moralische Fragen aufwirft, aber auch – losgelöst vom konkreten historischen Hintergrund – unvergleichlich direkt den Schrecken des Krieges vermittelt. Das macht „Die Stimme von Hind Rajab“ zu einem ungeheuer wichtigen Film, den man jedem empfehlen mag, der nicht die Augen vor den Schrecken der Welt verschließen mag.


















