Milch ins Feuer
Milch ins Feuer
2024 Deutschland
Regie: Justine Bauer
Darsteller: Johanna Wokalek, Simon Steinhorst, Karolin Nothacker, Pauline Bullinger
Länge: 78 Min.
FSK 12 - freigegeben ab 12 Jahren
„Justine Bauers Heimatfilm über bäuerliche Realitäten in der alemannisch-hohenlohischen Provinz ist ein gnadenloser, sensibler und stiller Film über den Lauf der Zeit und ihre Opfer.“ (artechock.de)
In ihrem Debütfilm erzählt Regisseurin Justine Bauer fast dokumentarisch vom Bäuerinnenleben. Fast alle Darsteller sind Laien, was dem Film eine seltene Authentizität verleiht. In hochpoetischen Bildern und doch nüchternem Erzählgestus wird das ländliche Leben ungeschönt gezeigt.
Katinka, eine junge Frau, ringt darum, den Bauernhof ihrer Familie weiterzuführen. Mit ihr treten weibliche Figuren in den Vordergrund, die die landwirtschaftliche Realität nicht nur bewältigen, sondern prägen – allen voran Mutter und Großmutter, die als Generationenverbund Kontinuität und gelebte Erfahrung verkörpern – sowie Katinkas Schwestern und Anna, mit denen sie jede freie Minute im Fluss verbringt.
Und was wir schon lange sagen wollten, schreibt die TAZ:
„Der freundlich-lakonische, wie alles andere auch im Dialekt eingesprochene Off-Text tut ein Übriges: „Ein Dialekt ändert den Sprachrhythmus“, sagt Schauspielerin Wokalek, die selbst aus dem Badischen kommt, und den Klang des dortigen Idioms tief in ihrer Erinnerung trägt, im Interview, „und dieser andere Rhythmus ändert etwas am Atem und der Körperlichkeit, er bringt eine neue Farbe mit hinein. Das ist faszinierend.“
Wieso diese Möglichkeit der schärferen Figurenzeichnung durch Dialekte in deutschen Filmen immer noch kaum genutzt wird, kann sie sich nicht erklären: „Alles in Hochdeutsch zu spielen, kann bestimmte Rollen einengen – schließlich haben wir ja diesen Sprachreichtum.““
































