In die Sonne schauen
In die Sonne schauen
2025 Deutschland
Regie: Mascha Schilinski
Darsteller: Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler
Länge: 159 Min.
FSK 16 - freigegeben ab 16 Jahren
Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis eine deutsche Regisseurin nach Maren Ade mit „Toni Erdmann“ wieder im Wettbewerb in Cannes vertreten war. Dabei ist „In die Sonne schauen“ erst Mascha Schilinskis zweiter Langfilm.
Ein abgelegener Vierseithof in der Altmark. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) –, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit. Alma entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen. Erika verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem. Nelly schließlich, die in scheinbarer Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken.
Statt entlang einer linearen Handlung bewegt sich der Film in Echos und Spiegelungen durch die Zeit. Die fließende Kamera von Fabian Gamper folgt den Kindern und schaut durchs Schlüsselloch auf die Welt der Erwachsenen. Oft sind Kerzen, das einzige Licht, vieles bleibt schemenhaft. Träumerisches, Beängstigendes, manchmal Gruseliges, aber auch Humor haben ihren Platz in diesem Jahrhundert-Panorama, das sich jeder Kategorisierung entzieht.
„Es ist ein Film, der erlebt, erfahren werden will, dessen visueller Sogkraft man sich ausliefern muss, ein episches deutsches Gedicht in zweieinhalb Stunden, erfüllt von einer endlosen Todessehnsucht, in der sich die Liebe zum Leben spiegelt, ein Streifen durch die dunkelsten Ecken des Schwermut Forest.“ (The Spot – Media & Film)

































